Kugel-Finale bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Nürnberg ging fast unbemerkt über die Bühne

Christina Schwanitz (SVN) gewann die Vizemeisterschaft und „Silber“


Aus Gründen der Rücksicht auf andere zu diesem Zeitpunkt laufenden Entscheidungen, gewann die Neckarsulmer Olympionikin Christina Schwanitz (SVN) am Samstag im Nürnberger E@syCredit-Stadion im Kugelstoßen der Frauen mit 19,03 Metern, fast unbemerkt die Deutsche Vizemeisterschaft. Selbst die sonst übliche Vorstellung und Kommentierung der Endkampfteilnehmer war hier Fehlanzeige. Das war für Sportler und Fans auch ärgerlich und einer Deutschen Meisterschaft nicht würdig.

Dazu lief dann der Final-Wettkampf für die 22jährige Verwaltungs-Auszubildende im Sersheimer Rathaus auch nicht ganz nach ihrem Geschmack und Zufriedenheit ab. Gründe gibt es auch laut Trainer Peter Ogiolda mehrere dafür, dass sie in Nürnberg nicht so richtig in den Wettkampf fand. Auch dadurch, dass die Trainings-Vorbereitungen für sie vor den „Deutschen“ überhaupt nicht optimal waren. Ausgerechnet 14 Tage vorher musste sie ihrem Berufschul-Blockunterricht nachgehen. Da fehlten dann mögliche Trainingseinheiten. Im riesengroßen Stadion von Nürnberg war dann auch die Spannung und die Konstanz nicht ganz auf der Höhe und Christina ließ die sonst übliche Explosivität hinter der Kugel etwas vermissen. Aber wen wundert dies noch, wenn das Kugel-Finale, das sich hauptsächlich auf Nadine Kleinert, Christina Schwanitz und Denise Hinrichs konzentrierte, laufend durch den im Medien-Mittelpunkt stehenden Stabhochsprung und Frauen-Speerwurf sowie auch noch durch verschiedene Finalläufe immer wieder unterbrochen wurde. Vielleicht fehlte auch deshalb der letzte Biss und das Medieninteresse, weil die Nominierung für Peking schon feststand.

Doch am Ende hinter der an diesem Tag sehr formstarken und stabilen Nadine Kleinert – die sich nach drei Jahren wieder den Deutschen Titel mit 19,67 Metern holte - Zweite mit 19,03 Metern zu werden - das ist doch auch noch Spitzenklasse. Darüber freuten sich zu guter Letzt die Athletin und alle Anhänger der SVN, doch noch riesig. Denise Hinrichs belegte am Ende mit 18,60 Metern Rang drei und alle drei Spitzensportlerinnen lagen wieder über der Olympianorm (18,35 Meter). Wenn man hier noch die verletzungsbedingte Vorgeschichte von Christina berücksichtigt, dann auf jeden Fall Hut ab vor diesen Leistungen. Wenn in den nächsten Tagen nun die Berufsschule erst einmal wieder abgehakt ist, dann stehen neben dem Training noch zwei bis drei Wettkämpfe an - bevor es schließlich noch kurz vor den Spielen mit dem DLV-Nationalteam zur Olympia-Vorbereitung nach Japan geht. (khl)


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